https://www.faz.net/aktuell/wissen/erde ... 18936.html
Bezahlartikel oder alternativ in der aktuellen Sonntags FAZ
ich empfehle den ganzen Artikel zu lesen, geht auch sehr kostengünstig über:
https://www.divibib.com/informationen-f ... nen/c-1819
https://hessen.onleihe.de/
Dramatische Großwetterlage : Wo bleibt der Regen?
Mächtige Hochdruckgebiete, an denen jedes Tief abprallt: Was in der Atmosphäre vor sich geht und wie aus einem ungewöhnlichen Sommer eine historische Dürre wurde.
Dieser Sommer ist mehr als außergewöhnlich
Deutschland sehnt sich nach Wasser. Allmählich wird der Sommer unheimlich und bedrohlich. Kommt nicht bald Regen, droht Natur und Wirtschaft eine Katastrophe. Vor allem den Süden und den Westen hat es getroffen. Gerade erreicht eine neue Hitzewelle ihren Höhepunkt, die fünfte in diesem Sommer. Wochenlang ist in vielen Regionen kaum Regen gefallen. Der Sommer schickt sich an, der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zu werden, heißer noch als der Jahrhundertsommer 2003. Und die Dürre entwickelt sich zu einem Ereignis, für das man Jahrhunderte zurückblicken muss, um seinesgleichen zu finden. Willkommen in der Jahrtausenddürre 2026.
.... noch handelt es sich um gewöhnliche Hitzeschübe, also Hitze, die vom Mittelmeer nach Mitteleuropa kommt, oder Dürreepisoden, wie sie Mitteleuropa jedes Jahr erlebt. Der Sommer 2026 ist nicht bloß außergewöhnlich oder extrem. Er ist schon jetzt historisch.
Allein die Zahlen sind grotesk. In der Mitte und im Süden ist seit Juni nur ein Drittel der Regensummen gefallen, ... ... ausgedörrt sind zahlreiche Orte im Rhein-Main-Gebiet, in der Wetterau, in der Pfalz und in Südbaden. In Freiburg, der Großstadt, die am stärksten von der Trockenheit betroffen ist, kamen bislang nur 14 Prozent des üblichen Sommerniederschlags zusammen. Der August brachte deutschlandweit fast überhaupt nichts.
Bekannte Muster gelten in diesem Sommer nicht mehr
Normalerweise ist das Sommerwetter in Mitteleuropa ein Hin und Her. Wiederholt wölbt sich im deutschen Sommer ein Hoch auf, und Mittelmeerluft schiebt sich keilartig nach Norden, doch dann dauert es nicht lange, bis ein Tief mit kühler Polarluft die Hitze wieder abräumt. Dieses Auf und Ab ist charakteristisch für die gemäßigte Klimazone, in der Mitteleuropa liegt. Die Temperaturen sind moderat, die Jahreszeiten ausgeprägt, Regen fällt regelmäßig.
Diesen Sommer gilt das nicht mehr. Die große Südwesthälfte hat die Klimazone gewechselt und lebt jetzt am Mittelmeer. Die Menschen erleben einen mediterranen Sommer, Frankfurt ist heiß und trocken wie Rom. Doch die Natur ist an dieses Klima nicht angepasst. Der Grund für den Wechsel in das klassische sommertrockene Mittelmeerklima ist, dass Mitteleuropa unter den Einfluss des subtropischen Hochdruckgebiets geschlüpft ist, das den halben Kontinent dominiert.
Europa liegt im Regenschatten
Die erstaunliche Persistenz der Hochdruckgebiete über Europa fällt Meteorologen bereits seit vergangenem Herbst auf. Seit November ist es zu trocken, schon im Winter kamen in Deutschland nur 71 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags zusammen. Auch das Frühjahr war bundesweit regenarm, verbreitet fielen ebenfalls nur gut zwei Drittel des üblichen Niederschlags. Als der Dürresommer begann, waren die Böden schon längst trocken.