(ist hinter der Bezahlschranke)
Ryanair warnt vor einer historischen Teuerung, Sunexpress stellt Expansionspläne auf den Prüfstand, Eurowings denkt über Kurzarbeit nach. Teurer Treibstoff macht Airlines vorsichtig.
Michael O’Leary, der Chef des Billigfliegers Ryanair, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, den Flugmarkt als Preisbrecher durchzurütteln, warnt derweil vor einer Ticketverteuerung von historischem Ausmaß. Die Preise könnten im kommenden Jahr um 10 bis 20 Prozent anziehen. 2026 seien Fluggesellschaften noch über Hedging-Kontrakte gut gegen Preissteigerungen beim Treibstoff abgesichert gewesen. 2027 sei das in weitaus geringerem Maße der Fall. Laut O’Leary hat Ryanair für den kommenden Sommer nur noch 15 Prozent des Treibstoffbedarfs zu alten, also günstigen Konditionen gesichert.
...
Vor der Krise galt in der Luftfahrt die Daumenregel, dass der Kerosineinkauf etwa ein Drittel der Kosten einer Fluggesellschaft verursacht. Mit dem Nahostkonflikt verdoppelte sich der Treibstoffpreis, im Sommer sank er angesichts zwischenzeitlicher Hoffnungen auf eine Beruhigung wieder, seitdem geht es abermals aufwärts. Die Angst vor leeren Tanks ist in der Branche hingegen kein Thema mehr. „Unsere Lieferanten sagen uns, dass es keine Probleme in der Versorgung gibt“, sagt Condor-Chef Gerber.
...
In der Reisebranche geht daher schon die Sorge um, dass Fünf-Stunden-Flüge auf die Kanarischen Inseln auf den Prüfstand gelangen. Airlines könnten zur Ansicht gelangen, dass sich diese Flüge wegen der hohen Treibstoffzusatzkosten kaum noch lohnen. Sunexpress hat als Gesellschaft mit Türkei-Fokus keine Kanaren-Strecken im Plan. Aber in der Planung für längere Distanzen zwischen Großbritannien und der Türkei ist man schon vorsichtiger geworden, für Sommerurlaubsstrecken ab Deutschland gilt das derzeit nicht. „Wir wollen keine Kapazitäten reduzieren, aber manchmal lässt sich das aufgrund des Kerosinpreises nicht durchhalten“, sagt Schnabel.

