Die ganze Geschichte ist nicht komplett schwarz -weiss zu betrachten. Es ist ja nicht so, dass hier Franco-Statuen rumstehen. Das sind fast immer Straßennamen, meist für irgendwelche Figuren aus der zweiten und dritten Reihe. Es wurden auch schon viele Orte umbenannt. Was eben fehlte war eine wissenschaftliche Untersuchung, was es noch aus der Zeit gibt. Einige Gemeinden haben sich da selbst drum gekümmert, alles zu finden und zu eliminieren, andere haben nur einen Teil erledigt, wo es eben komplett offensichtlich war. Ich habe in den Jahren auch schon Änderungen von Straßennamen mitbekommen, das lief aber ganz still und leise. Man kann nicht unbedingt eine Parallele zu Deutschland ziehen. Das Ende des Faschismus in Spanien hatte nichts mit 1945 zu tun, sondern ging über Jahre. Eine Entnazifizierung gab es hier nicht. Der Druck von außen war auch nicht da, Spanien war schon unter Franco verbündter des Westens. Erschreckend ist aber, dass es so lange gedauert hat, dass man sich auf höherer Verwaltungsebene darum gekümmert hat. Auf den Kanaren gab es erst 2018 ein Gesetz zur Aufarbeitung der Zeit. Daraus resultiert nun auch die Studie.