Seite 3 von 3

Re: Lyrik

Verfasst: Mi 21. Mai 2025, 08:15
von mrjasonaut
We made a bed from forgotten passwords,
threadbare phrases left behind by sleepy minds — 
a mattress stuffed with half-remembered logins,
security questions whose answers
we stopped knowing long ago.


Ismael S Rodriguez Jr (The Bulletproof Poet)
https://thebulletproofpoet.medium.com/

Deepl:

Wir haben ein Bett aus vergessenen Passwörtern gemacht,
fadenscheinigen Phrasen, die von schläfrigen Gemütern zurückgelassen wurden - 
eine Matratze, gefüllt mit halb erinnerten Logins,
Sicherheitsfragen, deren Antworten
wir schon lange nicht mehr kennen.

Re: Lyrik

Verfasst: Mi 21. Mai 2025, 22:32
von Palmaregi
Lürick von KI? :ogott:

Re: Lyrik

Verfasst: Mi 21. Mai 2025, 22:44
von Palmaregi
Mit der Lürick ist es nun mal so eine Sache. Jeder Mensch empfindet so etwas anders. Manche sehr romantisch (meiner Meinung nach angebracht, ist ja Lürick, manche eher extra robust).

Beispiel: Ich vor einiger Zeit mit Heinrich Heine : "Wenn du eine Rose siehst, sag ihr, ich lass sie grüßen" Hach, wie schön! :crying-yellow:

Recht schnell vom Jefe ein "Gedicht" über Hundehaufen! :whiteflag:

Nicht nur inhaltlich, auch olfaktorisch SEHR weit auseinander... :mrgreen:

Re: Lyrik

Verfasst: Do 22. Mai 2025, 09:33
von El Jardinero
Na, der mit dem Hund hat aber scheinbar gesessen. :lachschlapp:

Immerhin war er nicht von irgendwem zitiert, sondern selbst gemacht.

...wie der Hund
soviel ich weiß
und am Ende
schließt der Kreis.

Re: Lyrik

Verfasst: Sa 24. Mai 2025, 23:33
von Palmaregi
Naja, wenn es denn so platt sein soll:

"Die Katze liegt auf der Matratze". Extrem originell :ogott:
Außerdem geklaut.

(Vielleicht verschieben in Rubrik Blödsinn)

Re: Lyrik

Verfasst: Fr 15. Aug 2025, 08:32
von mrjasonaut
Zufälliger Wieder-Fund:

https://www.reinhard-doehl.de/doehlapfel_rez.htm

apfelwurm.jpg

Re: Lyrik

Verfasst: Di 14. Apr 2026, 22:29
von mrjasonaut
Der Mensch lebt durch den Kopf
der Kopf reicht ihm nicht aus
versuch es nur; von deinem Kopf
lebt höchstens eine Laus. .

https://www.deutschelyrik.de/das-lied-v ... hkeit.html
:roll:

Re: Lyrik

Verfasst: Fr 8. Mai 2026, 22:15
von Palmaregi
Für die fleißigen Wanderer im Forum, bißchen "schmalzig" - aber warum nicht?

Eduard Mörike (1804-1875) - Hauptvertreter des "schwäbischen Biedermeier" :gruebel:

Meister Google meint dazu:
Das schwäbische Biedermeier bezeichnet die Ausprägung der Epoche (ca. 1815–1848) im Südwesten Deutschlands, geprägt von Rückzug ins Private, politischer Passivität und Idylle. Besonders Eduard Mörike wird oft dieser Strömung zugerechnet.


Wanderlied

Entflohn sind wir der Stadt Gedränge
wie anders leuchtet hier der Tag!
Wie klingt in unsre Lustgesänge
Lerchensang hier und Wachtelschlag!
Nun wandern wir und lassen gerne
Herrn Griesgram zu Haus;
Ein frischer Blick dringt in die Ferne
Nur immer hinaus!
Wir wandern bis der später Abend taut,
Wir rasten bis der Morgen wieder graut.
Man lagert sich am Schattenquelle,
Wo erst das muntre Reh geruht;
Aus hohler Hand trinkt sich der helle
Kühle Trank
wohl noch eins so gut,
Nun wandern wir usw.



die letzte Zeile lautet wirklich so.

Re: Lyrik

Verfasst: Sa 9. Mai 2026, 07:29
von mrjasonaut
Der Typ war gar nicht ohne!

https://www.schwaebische.de/kultur/poet ... ke-3628707

https://www.swr.de/kultur/gesellschaft/ ... 6-100.html

(Wir haben gestern eine Typen Charakteranalyse in unserem 'Zimmer', also Büro meiner Arbeitsstelle nach antiker Lehre vorgenommen. Demnach ein Choleriker, mein Tischnachbar, ein Phlegmatiker, der Kollege mir gegenüber hinter der auch antiken anti-virus Plexiglasscheibe und der Dritte, ein Melancholiker, me. Die pure Harmonie!) :lol:

Re: Lyrik

Verfasst: So 10. Mai 2026, 22:37
von Palmaregi
Da fehlt aber einer! Wenn schon klassische Typenlehre, dann bitte auch alle.
Den schlanken, großgewachsenen, agilen Sanguiniker habt ihr nicht? Im Büroleben wohl nicht gewünscht... :mrgreen:



Es gab mal eine Arbeitskraft,
die hätte ach so gern geschafft,
sie war auch gut und auch ´ne Schnelle,
was tät sie nicht für eine Stelle.
Stattdessen sitzt sie Stund‘ um Stund‘,
sich ihren armen Hintern wund
und das in ihrem Arbeitsamt,
wo sie noch nie ´ne Stelle fand.
Doch durch Zufall, welch ein Glück,
fand sie in die Arbeitswelt zurück.
Nun sitzt sie, das ist allerhand,
auf einem Job beim Arbeitsamt.
Dort sitzt sie wieder Stund‘ für Stund‘,
jedoch für Geld den Hintern wund.

von Andreas Müller


ifb : Poesie am Arbeitsplatz, Lürickseite von deutschen Betriebsräten (im Ernst! )

Re: Lyrik

Verfasst: Do 4. Jun 2026, 07:58
von mrjasonaut
IMG_20260604_083816.jpg

Ja, ja, ja, das ist die Berliner Luft, Luft, Luft
so mit ihrem holden Duft, Duft, Duft
wo nur selten was verpufft, pufft, pufft
in dem Duft, Duft, Duft
dieser Luft, Luft, Luft
Das macht die Berliner Luft!

Berlin! Hör‘ ich den Namen bloß
da muß vergnügt ich lachen
Wie kann man da für wenig Moos
den dicken Wilhelm machen
Warum läßt man auf märk´schem Sand
gern alle Puppen tanzen?
Warum ist dort das Heimatland
der echte Berliner Pflanzen?

Ich frug ein Kind mit jelbe Schuh
Wie alt bist du denn, Kleene?
Da sagt sie schnippisch: „Du? Nanu
ick werd schon nächstens zehne!“
Doch fährt nach Britz sie mit Mama´n
da sagt die kleene Hexe
zum Schaffner von der Straßenbahn:
Ick werd erscht nächstens sechse!
Ja ja! Ja ja ! Ja ja ja ja!

Der richtige Berliner gibt
sich gastfrei und bescheiden
Drum ist er überall beliebt
und jeder mag ihn leiden
Wenn sonst man: „Mir kann keener“ sagt
so sagt in jedem Falle
wenn´s dem Berliner nicht behagt
er sanft: „Mir könn´se alle!“
Ja ja! Ja ja! Ja ja ja!

Ja, ja, ja, das ist die Berliner Luft, Luft, Luft
so mit ihrem holden Duft, Duft, Duft
wo nur selten was verpufft, pufft, pufft
in dem Duft, Duft, Duft
dieser Luft, Luft, Luft
Das macht die Berliner Luft!

IMG_20260604_083802.jpg

Text: Heinrich Bolten-Baeckers
Musik: Paul Lincke, 1904 – Im Marschrhythmus geschriebenes Operetten-Lied,war zunächst Bestandteil des im Berliner Thalia-Theater 1904 uraufgeführten gleichnamigen Zweiakters. Dann eigenständiges Musikstück in den Berliner Konzertlokalen in und um Berlin. 1922 wurde „Berliner Luft“ in die bereits 1899 uraufgeführte Operette „Frau Luna“ aufgenommen.