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Re: EU-Zollreform

Verfasst: Sa 13. Dez 2025, 05:38
von Radsportler85
Zumindest der direkte Weg und ohne das die Staaten auch hier dran etwas verdienen.
Der Handel über Zwischenhändeler, wie jetzt auch bei Ebay oder teilweise Amazon Marketplace wird ja weiter gehen. Gerade bei eBay stammen ja aktuell schon 50% der Artikel von Ali, Temu etc.
Nur dann sind die über Händler verzollt und der Staat hat seinen Anteil erhalten.
Offiziell wird es natürlich damit gegründet, das so die Produktsicherheit erhöht wird, da ja der Zwischenhändeler die Ware vorher prüft, das es keine Fälschungen sind etc. und einem faireren Wettbewerb. Aber die Artikel stammen ja jetzt schon aus China. Es werden sich nur die Preise erhöhen und hier zur Not gibt es einen Händler den der Statt am Kragen packen kann
In die Röhre gucken nur die Verbraucher.

Re: EU-Zollreform

Verfasst: Sa 13. Dez 2025, 12:42
von Aschefecher
Eine Geschichte aus dem wahren Leben, passend zum Thema und vor allem auch zu La Palma:
Vor ziemlich genau 2 Jahren fanden wir in unserem Briefkasten eine der beliebten Mitteilungen seitens DHL, mitteilend, dass man uns leider nicht angetroffen hätte. Und wir bitte nun beim zuständigen Postamt vorstellig werden sollten zwecks Auslösung und Mitnahme einer an Palmerita adressierten Postsendung.
So weit, so gut. Aber das Schreiben informierte uns auch über die Notwendigkeit des Erlegens von € 6 und-was-weiß-ich zur Deckung der Zollgebühren und verbundenen Verzollungskosten. Ein kurze Überlegung zu noch ausstehenden Bestellungen, noch dazu von auswärts kommend, brachte das vernichtende Ergebnis: nix, nothing, nada, rien. Also hin zur kleinen Poststelle und vor physischer Empfangnahme erst mal das Corpus Delicti in Augenschein genommen. Ein wirklich kleines Packerl von Palmeritas Schwester aus Tenerife. Wertangabe € 10. Zoll- oder zumindest Einfuhrabgaben € 1,78 oder so und seitens DHL Verzollungsgebühr € 5,00.
Binni nederldi glei haaß worn. Einfuhrabgaben nominell mal ok, aber Freibeträge ? Und seitens DHL Zollabfertigung ohne meinen Auftrag oder zumindest Vorab-Avis ? ? Natürlich waren das Haarspaltereien, aber mir ging es ums Prinzip. In meiner kurzen, Jahrzehnte zurückliegenden Karriere im Import- und Zollwesen wäre es mir nie in den Sinn gekommen, eine angelandete Sendung einfach so zu verzollen, ohne schriftlichen Auftrag des Empfängers. Die armen zwei Postangestellten bzw. Inhaber des Kiosks habe ich - nicht wie andere Kunden – derb zur Rede und Verantwortung gestellt. Da sie dafür nicht zuständig sind und außerdem aus einem fernen Land kommend, deren Bürger für ihre Höflichkeit bekannt sind. Mit DHL direkt Kontakt aufnehmen ? Aber ehrlich: diese Vorstellung würde sich ebenso als unhaltbar erweisen wie die von den USA ohne Baseball. Als habe ich die Kröte geschluckt und den geforderten Betrag den (wirklich) netten Deutsche Post / DHL - Erfüllungsgehilfen eingehändigt. Und mich gewundert, warum sogar Kleinstsendungen von den Kanaren mit dieser Abgabe belegt werden.
Übrigens: das Packerl enthielt Polverones (oder wie das heißt), was ich nicht goutiere. Aber war ja auch an Palmerita adressiert, und sie hat die Leckerlies sichtlich genossen.

Re: EU-Zollreform

Verfasst: Do 28. Mai 2026, 12:03
von Boniato
Frage an die Communitiy:
Gibt es Neuigkeiten zu diesem Thema?
Weiss man Näheres, wie sich das mit dem Versand konkret ab Juli 2026 gestaltet?
Bleibt es bei den 3 Euro pro Paket?
Bleibt es bei der Grenze 150 Euro Warenwert?

Oder gibt es mittlerweile genauere Ausführungsbestimmungen dazu?

Würde mich freuen wenn jemand was dazu weiß, weil ich die spanischen Inhalte dazu einfach nicht finde im www.

Vielen Dank!

Re: EU-Zollreform

Verfasst: Do 28. Mai 2026, 12:13
von Ringo
Dazu gibt es wohl nichts Neues mehr, da es so beschlossen ist.
Die bisher geltende Zollfreigrenze von € 150 entfällt, ab dann ist jede importierte Lieferung unabhängig vom Warenwert zollpflichtig.

Re: EU-Zollreform

Verfasst: Sa 6. Jun 2026, 08:41
von sterntaler
Wie verhält es sich denn bei einem Paket mit privater getragenen Kleidung und Hausrat ?
Also Umzugsgut?

Re: EU-Zollreform

Verfasst: Sa 6. Jun 2026, 09:26
von Aschefecher
Empfehle folgende Warendeklaration: Personal Effects (Used Clothing + Household Goods) - no commercial value.
Falls es sich um höherwertige Haushaltsgegenstände handeln sollte ggfs Kopie der Handelsrechnung beifügen damit das Kaufdatum in ferner Verfgangenheit dokumentiert werden kann.

Re: EU-Zollreform

Verfasst: Sa 6. Jun 2026, 12:54
von LasManchas
Habe schon gebrauchte Lautsprecherboxen gesendet, ging alles problemlos. Was genau ich da geschrieben hatte, weiß ich nicht mehr.
Aber konnte ich ohne Probleme bei der Post abholen, ohne Gebühren.
Wegen der Größe waren es 2 Pakete,, kurioserweise kamen die nicht am gleichen Tag an, sondern eine fast ne Woche später. Obwohl beide gleichzeitig aufgegeben wurden.
Noch nen Zusatz, das war vor der Zollreform, wie es nun aussieht, müsste man testen.

Re: EU-Zollreform

Verfasst: Sa 6. Jun 2026, 13:38
von Penelope
Hatte umgekehrt ein ärgerliches Erlebnis. Zwei uns geschenkte (bereits gelesene) Bücher heimgeschickt, weil wir sie nicht mitschleppen wollten. 21 Euro Versandkosten, puh! Die freundliche Postbeamtin füllte die Papiere aus. Ein Fehler, wie ich heute weiß.

Daheim bekamen wir statt der Bücher Mail vom österreichischen Zoll: wird zurückgehalten wegen unglaubwürdiger Wertangabe. Anscheinend hatte die Postlerin 2 Euro angegeben, was ja im Grunde auch stimmte. Für gebrauchte Bücher bekommt man i.A. kaum mehr was.
Mail beantwortet, alles erklärt. Geschenk, bereits gelesen etc. Antwort: ein Abholzettel, mit dem wir uns die Bücher gegen Entrichtung von 34,80 bei der Post abholen können. Auf Nachfrage bei der Zollhotline wurde erklärt, dass dieser Betrag sich aus 28,80 € "Bearbeitungs- und Lagerentgelt" (ist immer fällig, wenn Kontaktaufnahme mit dem Empfänger erforderlich ist) und 6 € Importtarif zusammensetzt.

Damit kosteten die beiden geschenkten Bücher insgesamt € 55,80. Zuerst wollten wir sie verfallen lassen, haben aber dann doch zähneknirschend bezahlt. Waren schöne Bücher mit Erinnerungswert.

D.h. "no commercial value" kann auch in die Hosen gehen, zumindest bei Senderichtung Festland.

Re: EU-Zollreform

Verfasst: Sa 6. Jun 2026, 14:01
von Ringo
sterntaler hat geschrieben: Sa 6. Jun 2026, 08:41 Wie verhält es sich denn bei einem Paket mit privater getragenen Kleidung und Hausrat ?
Also Umzugsgut?
Nach meiner Erfahrung ist das alles Glücksache bzw. unwägbar. Mal so, mal so. Meistens so.
Jüngstes Beispiel: Bekannte haben zwei Pakete mit benutzter Bettwäsche und ähnlichem aus Deutschland nach hier geschickt. Das eine wurde im Zoll aufgehalten wegen "fehlender Papiere" und nach einigen Wochen zurückgeschickt an die deutsche Adresse (wo es aber bisher nicht eingetroffen ist), das andere ging problemlos durch.