Außer man ist privat versichert, dann bekommt man oft schon am nächsten Tag einen Termin. Ist mir (selbst privat versichert) tatsächlich schon so passiert. Bin in die Buchungsmaske für gesetzlich Versicherte geraten und bekam einen Terminvorschlag für ein MRT in gut 3 Monaten angezeigt. Noch mal von vorne gestartet und in das Buchungssystem für Privatversicherte bzw Selbstzahler rein, und schwupps waren in der gleichen Woche noch etliche Termine frei. Obwohl ich in diesem Fall davon profitiert habe, habe ich mich furchtbar darüber geärgert. Da kann ich jeden verstehen, der sich über die Zweiklassenmedizin beklagt. Entweder ist eine Behandlung bzw Untersuchung medizinisch notwendig oder nicht, kann doch nicht vom Versicherungsstatus des Betroffenen abhängen. Ich würde so eine Radiologie Praxis sofort die Zulassung entziehen. Da werden offensichtlich freie Kapazitäten nicht zur Verfügung gestellt, denn es könnte ja kurzfristig einer kommen, der mehr bezahlt.
[ironie]Das mit der Zweiklassenmedizin hast du falsch verstanden. Das ist gar keine Ungerechtigkeit, sondern wird von den GKV-Versicherten nur als ungerecht empfunden.... findet jedenfalls der Bundeskanzler. Und Empfinden ist ja lediglich etwas subjektives, das muß garnix mit der Realität zu tun haben[/ironie]
Als Selbstzahler kann ich auch hier bei Sermeva MRT, CT etc. zeitnah bekommen. Ein Radiologe sitzt da auch,
M.E. auch Neurochirurgie.
Sind deutlich unter den deutschen Preisen…
NiederBayer hat geschrieben: Mo 12. Okt 2026, 19:35
Off-Topic
Obwohl ich in diesem Fall davon profitiert habe, habe ich mich furchtbar darüber geärgert. .
Off-Topic
Ging mir ähnlich - ich hatte irgendwann einfach ein schlechtes Gewissen, wenn ich in der Uniklinik in Heidelberg am vollen Wartebereich vorbeigeschleust und im exklusiven Foyer des Chefarztes platziert wurde.
Zurück in der gesetzlichen KV (nicht nur, aber auch, aus Solidarität) fällt der Unterschied um so mehr auf.
Ich finde, wir brauchen eine verbindliche gesetzliche KV für alle, bei der sich die Besserverdienenden, die am meisten beitragen könnten, nicht dem Solidaritätsprinzip entziehen dürfen. Eine freiwillige Versicherung von Zusatzleistungen kann dann gerne hinzu komme - wobei natürlich auch da das Problem besteht, dass das in einer Zweiklassenmedizin münden könnte.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben (Alexander v. Humboldt)
Als auch PKV'ler heule ich immer ganz schön rum, wenn ich die Rechnung sehe. Zahle die meist direkt selbst, um am Ende des Jahres wenigstens die BRE (Beitragsrückerstattung wegen nicht eingereichter Rechnungen) zu kassieren. Magenspiegelung plus Biopsie für das Labor 2x700€ und dann nicht mal was gefunden. Als der Monats-Beitrag zu letzt drohte, die 1000 Schmerzgrenze zu reißen, bin ich wutentbrannt zum Büro der Versicherung zu Beratung. Und siehe da, Verzicht auf Chefarzt und Warte- äh Einzel- Zimmer im Krankenhaus ersparen mir fast 300€. Da hätte ich früher drauf kommen sollen. Mein volksdemokratischer Hausarzt, bei dem im Wartezimmer alle gleich behandelt werden, bestätigte diese Entscheidung. Der Chefarzt sei in den meisten Fällen eh praxisfern unterwegs, was u.a. OP's beträfe.
Für zurück in die gesetzliche bin ich mit > 55 zu alt.
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... und überall sonst und anderswo. ..
NiederBayer hat geschrieben: Mo 12. Okt 2026, 19:35
Off-Topic
Außer man ist privat versichert, dann bekommt man oft schon am nächsten Tag einen Termin. Ist mir (selbst privat versichert) tatsächlich schon so passiert. Bin in die Buchungsmaske für gesetzlich Versicherte geraten und bekam einen Terminvorschlag für ein MRT in gut 3 Monaten angezeigt. Noch mal von vorne gestartet und in das Buchungssystem für Privatversicherte bzw Selbstzahler rein, und schwupps waren in der gleichen Woche noch etliche Termine frei. Obwohl ich in diesem Fall davon profitiert habe, habe ich mich furchtbar darüber geärgert. Da kann ich jeden verstehen, der sich über die Zweiklassenmedizin beklagt. Entweder ist eine Behandlung bzw Untersuchung medizinisch notwendig oder nicht, kann doch nicht vom Versicherungsstatus des Betroffenen abhängen. Ich würde so eine Radiologie Praxis sofort die Zulassung entziehen. Da werden offensichtlich freie Kapazitäten nicht zur Verfügung gestellt, denn es könnte ja kurzfristig einer kommen, der mehr bezahlt.
Macht leider eben doch Sinn. Weil die PKV die GKV quersubventioniert, da ein Arzt dort viel höhere Kosten abrechnen kann. Ohne Privatpatient müssten viele Arztpraxen einfach schließen. Dies betrifft vor allem Ärzte mit teuren medizinischen Geräten...
Sollte es nicht so sein, dass ein Arzt generell sein Auskommen hat? Diese Quersubventionierung kann es ja auch nicht sein. Ich bin auch für EIN System, 158 GKVs? Wozu? Dann noch 234 PKVs?
Generell sollte man mal von diesem Vollkaskodenken runterkommen: „Ein Arztbesuch kostet ja Nix“
Aber das ist uns natürlich Jahrzehnte lang eingetrichtert worden.
Etwas mehr Eigenverantwortung würde vielen gut tun.
Und mein Wort zum Sonntag: Aus der Gesundheit sollte kein Geschäft gemacht werden.
Sprich: normale Krankenhäuser sollten nicht privatisiert werden. Genauso wie ÖPNV oder Bahn.
Das wirtschaftliche Denken sollte dennoch nicht abgeschaltet werden. Das kann man ja auch als Beamter, oder man sollte es können.
Siltho hat geschrieben: Di 13. Okt 2026, 08:06
... Weil die PKV die GKV quersubventioniert, da ein Arzt dort viel höhere Kosten abrechnen kann. Ohne Privatpatient müssten viele Arztpraxen einfach schließen.
Das stimmt nicht - es ist umgekehrt: Die PKV wären überhaupt nicht lebensfähig, wenn nicht die allgemeine Steuerzahlerschaft den Beamten ihre PKV großzügig sponsern würde. Ohne diese Quersubventionierung läge der Anteil PKV-Versicherter garantiert nicht bei 93% ...
Leider gibt es in meiner Stadt Ärzte die nur noch privat versicherte nehmen. Ihre Ausage: Da verdienen ich viel mehr und weniger Ärger mit Krankenkassen und Rückerstattung.
Siltho hat geschrieben: Di 13. Okt 2026, 08:06
... Weil die PKV die GKV quersubventioniert, da ein Arzt dort viel höhere Kosten abrechnen kann. Ohne Privatpatient müssten viele Arztpraxen einfach schließen.
Das stimmt nicht - es ist umgekehrt: Die PKV wären überhaupt nicht lebensfähig, wenn nicht die allgemeine Steuerzahlerschaft den Beamten ihre PKV großzügig sponsern würde. Ohne diese Quersubventionierung läge der Anteil PKV-Versicherter garantiert nicht bei 93% ...
¡Hasta luego!
Wolfgang
Wo liegt der Anteil bei 93 Prozent? Du meinst bei Beamten, oder? Die bekommen aber auch staatliche Beihilfe. Und die ist wie das Gehalt ebenfalls vom Steuerzahler bezahlt.
Für die PKV gibt es keine weiteren Zuschüsse vom Staat neben der Beihilfe. Und die gibt es in jedem Falle, egal ob eine zusätzliche PKV abgeschlossen wurde oder nicht.
Und nein, wir sind weder verbeamtet noch arbeiten wir im öffentlichen Dienst...
NiederBayer hat geschrieben: Mo 12. Okt 2026, 19:35
Off-Topic
Außer man ist privat versichert, dann bekommt man oft schon am nächsten Tag einen Termin. Ist mir (selbst privat versichert) tatsächlich schon so passiert. Bin in die Buchungsmaske für gesetzlich Versicherte geraten und bekam einen Terminvorschlag für ein MRT in gut 3 Monaten angezeigt. Noch mal von vorne gestartet und in das Buchungssystem für Privatversicherte bzw Selbstzahler rein, und schwupps waren in der gleichen Woche noch etliche Termine frei. Obwohl ich in diesem Fall davon profitiert habe, habe ich mich furchtbar darüber geärgert. Da kann ich jeden verstehen, der sich über die Zweiklassenmedizin beklagt. Entweder ist eine Behandlung bzw Untersuchung medizinisch notwendig oder nicht, kann doch nicht vom Versicherungsstatus des Betroffenen abhängen. Ich würde so eine Radiologie Praxis sofort die Zulassung entziehen. Da werden offensichtlich freie Kapazitäten nicht zur Verfügung gestellt, denn es könnte ja kurzfristig einer kommen, der mehr bezahlt.
Macht leider eben doch Sinn. Weil die PKV die GKV quersubventioniert, da ein Arzt dort viel höhere Kosten abrechnen kann. Ohne Privatpatient müssten viele Arztpraxen einfach schließen. Dies betrifft vor allem Ärzte mit teuren medizinischen Geräten...
Mal ein Beispiel dazu - die Echokardiografie (Ultraschall des Herzens).
Mit der GKV rechnet der Arzt nach EBM 33020 ab. Macht 31.21 EURO
Beim Privatpatienten rechnet er aber locker den 2,3fachen Satz gemäß GoÄ ab. Macht 67,03 EURO.
Generell sollte man mal von diesem Vollkaskodenken runterkommen: „Ein Arztbesuch kostet ja Nix“
Aber das ist uns natürlich Jahrzehnte lang eingetrichtert worden.
Etwas mehr Eigenverantwortung würde vielen gut tun
Das Problem dabei wäre, dass es ein paar Millionen Arbeitnehmer geben dürfte die trotz Beschäftigung keinen weiteren Eigenbeteiligungen zahlen könnten.
Siltho hat geschrieben: Di 13. Okt 2026, 12:51
Wo liegt der Anteil bei 93 Prozent? ...
93% aller Beamten sind privat versichert. Die Quote liegt also "knapp" über derjenigen beim Rest der Bevölkerung.
Siltho hat geschrieben: Di 13. Okt 2026, 12:51
Für die PKV gibt es keine weiteren Zuschüsse vom Staat neben der Beihilfe. ...
Stimmt im Prinzip, aaaaber: Die Beihilfen sind so großzügig bemessen (bis zu 80%), dass sich kaum ein Beamter ohne das "System Beihilfe" privat versichern würde.
Hinzu kommt, dass die PKV ihre Angebote natürlich genau auf dieses System zuschneiden und - auch nicht ganz unwichtig - dass das Niveau der Pensionen generell deutlichst höher ist als bei Renten. Ergo können sich Pensionäre neben vielem anderen auch wesentlich leichter die im Alter steigenden PKV-Beiträge leisten.