Nach deiner Argumentation bräuchte es dann gar keinen Feldschiedsrichter mehr. Dann sitzen welche vor dem Monitor und geben die Entscheidung über ein Micro bekannt.
Das Problem mit dem VAR ist aber ein ganz anderes. Früher war es einfacher zu akzeptieren, dass der Schiri etwas falsch macht. Mann kann bei hohem Spieltempo was übersehen. Ich glaube sogar, dass die Popularität des Fussballs genau mit sowas zusammenhängt. Das Wembleytor, die Hand Gottes, und und und. Abstrus wird die Geschichte, wenn dann plötzlich eindeutige Geschichten nicht gesehen werden. Bekanntestes Beispiel ist die Hand von Cucurella. Der Schiri darf es übersehen, der VAR aber nicht. Dazu kommen nicht funktionierende Abseitslinien (Technik versagt). Dann bleiben plötzlich komplett falsche Entscheidungen stehen, weil der Schiri sich auf den VAR verlässt. Dass der VAR mittlerweile soviele Entscheidungen korrekt revidiert, liegt aber auch daran, dass die Schiris immer erstmal laufen lassen, und die Verantwortung abgeben.
Ursprünglich hieß es mal, dass der VAR nur bei kompletten eindeutigen Fehlentscheidungen eingreift. Das bei Toren und roten Karten oder Elfmeter. Mittlerweile bei Ecken, aber natürlich nur bei zu unrecht gegebenen. Bei zu Unrecht nicht gegeben nicht. ich versteh das schlicht nicht mehr. Warum nicht bei Fouls im Halbfeld, wenn aus den Freistoß eine Flanke in den Sechzehner möglich ist? Wäre nur konsequent.
Beim Fußball ist es eben so, dass in den allermeisten Fällen eine Interpretation nötig ist. Macht ein Schiri eine falsche, dann muss und kann man damit leben. Der VAR kann es sich aus allen Perspektiven anschauen. Komisch wird es dann, wenn nachher alle anderen Schiedsrichter zu einer anderen Einschätzung kommen. Wie Lee schon schrieb, hätte das Tor von Deutschland gegen Euquador nicht zählen dürfen. Messi hätte im ersten Spiel vom Platz fliegen müssen.
Erstaunlich ist aber, dass solche "Entscheidungen" bei der WM häufiger auftreten, als in der Bundesliga. Klar da sind auch schlechtere Schiris im Einsatz. Auf dem Platz und im Keller.
Ich persönlich glaube das ausdrücklich nicht, aber wenn dann der Vorwurf kommt, dass bestimmte Spieler gesondert betrachtet werden, dann kann man das zumindest nachvollziehen. Letzte WM wird ein Handspiel von Messi nicht geandet. Diesmal fliegt er nicht vom Platz. Gleichzeitig ist er Infantinos Liebling und die Figur, die sich am besten bei Schönwetter-Fans vermarkten lässt. Die FIFA manipuliert die Sperre gegen die Amerikaner, die Stars werden aus Marketinggründen immer zum Spieler des Spiels gewählt. Ich glaube nicht, dass der VAR in der Hand von Infantinos ist, ausdrücklich nicht. Ich glaube aber, dass die Sache, auch aufgrund der Rahmenbedingungen von Korruption und Geldgier, zusätzlich in ein komisches Licht gesetzt wird.
Das habe ich nicht gesagt.
Kein Feldschiedsrichter mehr. Unsinn.
Aber im Zweifelsfall kann der VAR überstimmen. Fertig.
Führt natürlich auch zu keiner befriedigenden Lösung für den wewig nörgelnden Fan, aber ist dann Fakt.
So wie es keine Diskussionen mehr über Tor oder nicht gibt und auch den schönen Abseitsgrafiken gerne gelaubt wird.
Die unterschiedlichen Standpunkte bei unterschiedlichen Schiedsrichtern denselben anzukreiden, am besten noch jahresübergreifend und am besten noch spielerabhängig ist absurd.
Auf der einen Seite will der Purist die absolute Tatsachenentscheidung zurück, auf der anderen Seite rechnet derselbe dann alles gegeneinander auf. Und das früher die Leute mit der tatsachenentscheidung zufrieden waren und fertig ist ein fantypischer Mythos. Es gab eben nicht soviel Zeitlupen und keine Videowürfel. But times ar changing!
Es wird keine allgemeinglücklichmachende Lösung geben, davon bin ich überzeugt.
Alle maulen ewig rum, aber keine hat die Lösung.
Wie in der Politik....und in Deutschland besonders.
Saludos desde el Sauerland
El Jardinero *** Star Wars is SciFi, Star Trek is Future. ***
Ich bewerte das ganze nicht als Fan. Sondern als neutraler Beobachter. Dass die Fans sich aufregen, weil die Welt und der Schiri ungerecht sind, ist normal, aber das ist Kindergarten.
Ich finde auch, dass man als Fan und Spieler mit Fehlentscheidungen leben kann. Der Einsatz des VARs macht es aber schwieriger, weil die Ungerechtigkeit dann massiver wirkt.
Und ja, im Fußball unterhalb der 2. Liga, ob in Spanien oder in Deutschland, gibt es keinen VAR. Es gibt also weiterhin Fehlentscheidungen, und man kann damit leben. Sogar ganz gut. Ich habe sehr wohl den Anspruch an mich, dass ich, wenn auch leicht verärgert, eine Fehlentscheudung des Schiedsrichters akzeptiere, eben weil im normalen Spiel zwangsläufig Fehler passieren werden. Und auch in den Amateurligen wird das mittlerweil mirgefilmt. Sprich man bekommt die Fehlentscheidungen im Anschluß nochmal vor Augen.
Es geht auch nicht um irgendeinen Purismus. Es geht darum, dass man einem Schiedsrichter zugestehen kann, dass er daneben liegt. Tatsachenentscheidungen bleiben immer fraglich, eben weil es Auslegungsacher ist. Der VAR sollte aber angeblich objektiv sein, eben weil es ein Regelwerk zur Bewertung gibt, welches angewandt werden soll. Das funktioniert aber eben nicht so, wie es verkauft wird.
Kurt hat geschrieben: Mi 8. Jul 2026, 11:06Ich persönlich glaube das ausdrücklich nicht, aber wenn dann der Vorwurf kommt, dass bestimmte Spieler gesondert betrachtet werden, dann kann man das zumindest nachvollziehen. Letzte WM wird ein Handspiel von Messi nicht geandet. Diesmal fliegt er nicht vom Platz. Gleichzeitig ist er Infantinos Liebling und die Figur, die sich am besten bei Schönwetter-Fans vermarkten lässt. Die FIFA manipuliert die Sperre gegen die Amerikaner, die Stars werden aus Marketinggründen immer zum Spieler des Spiels gewählt. Ich glaube nicht, dass der VAR in der Hand von Infantinos ist, ausdrücklich nicht. Ich glaube aber, dass die Sache, auch aufgrund der Rahmenbedingungen von Korruption und Geldgier, zusätzlich in ein komisches Licht gesetzt wird.
Ich denke auch, dass die großen Stars des Spiels mittlerweile einen Sonderstatus genießen. Ein weiteres Beispiel dafür war Ronaldos berechtigte Rotsperre nach einem Foul in der WM Qualifikation. Die wurde kurzerhand verkürzt damit er am ersten Gruppenspiel teilnehmen konnte. Sowas ist ein absolutes No go......und wäre Hugo Habicht vom Team Lieschen Müller niemals zuteil geworden.
Das Kartengetue ist eine Fehlkonstruktion!
Wer heftigst stempelt o.ä. Gehört für 10 bis 20 Minuten vom Platz!!
Erziehen funktioniert am besten, wenn der Täter die Konsequenz wahrnimmt.
Einiges an Neuregelung ist echter Fortschritt:
10 Sekunden beim Einwechseln, 5 Sekunden für den Einwurf, 1 Minute von Platz wenn „Behandlung“ gewünscht….
(Harte Zeiten für den italienischen Fußball…)
Kurt hat geschrieben: Mi 8. Jul 2026, 12:30
Und ja, im Fußball unterhalb der 2. Liga, ob in Spanien oder in Deutschland, gibt es keinen VAR. Es gibt also weiterhin Fehlentscheidungen, und man kann damit leben. Sogar ganz gut.
Das würdest Du wahrscheinlich nicht schreiben, wenn Du intensiv die 3. Liga in Deutschland verfolgen würdest. Dort ist der fehlende VAR regelmäßig ein kontrovers diskutiertes Thema. Es gibt sogar ein Website, auf der nach jedem Spieltag der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Babak Rafati eine Betrachtung und Einschätzung aller strittigen Szenen niederschreibt.
Erstens verfolge ich das und zweitens geht es nicht darum, ob die Entscheidung diskutiert wird, sondern darum, dass man mit einer Fehlentscheidung eines Schiedsrichters auf dem Feld eher umgehen kann. Die Diskussionen gab es auch vor der VAR-Einführung. Das gehört dazu. Stichwort "Wembleytor". Davon lebt der Fussball sogar.